Verleihung des Prize of Life

Zum jährlichen Sommerfest wurde der Bezirksbürgermeisterin von Kreuzberg, Monika Hermann, der Prize of Life verliehen. Doch auch die Fête de la Musique war Anlass zum Feiern.

Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann während ihrer Dankesrede
Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann während ihrer Dankesrede.
Monika Hermann und der Prize of Life Foto: Uli Waysczak
Monika Hermann und der Prize of Life
Jürgen Brockmeyer Vorstandsvorsitzender der FSD-Stiftung zusammen mit Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann. Monika Hermann und der Prize of Life Foto: Uli Waysczak
Jürgen Brockmeyer Vorstandsvorsitzender der FSD-Stiftung zusammen mit Monika Hermann.

Fotos: Uli Waysczak

Laudatio von Jürgen Brockmeyer zur Verleihung des Prize of Life

Der Prize of Life soll eine Auszeichnung sein für überragendes Soziales Engagement und die Nähe dieses Engagements zum House of life. Der Verein House of life e.V. und das Projekt Kiez Community sind vom Träger und Eigentümer der Pflegeeinrichtung House of life organisatorisch und personell vollständig unabhängig. Die Haupt-Überschrift dieser ehrenamtlichen Arbeit im Verein und im Projekt lautet INKLUSION, das heißt: (leidmedien.de)

„Menschen mit Behinderungen müssen sich nicht mehr an die Umwelt anpassen und integrieren, sondern die Umwelt ist von vornherein so ausgestattet, dass alle Menschen gleichberechtigt leben können – egal wie unterschiedlich sie sind.“

Im Bezirk und rund um das House of life wird versucht, dieses seit 2008 nach der Behindertenrechtskonvention für Menschen mit Behinderungen geltende Menschenrecht mit Leben zu füllen.

Sie, liebe Frau Hermann, stehen als Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg zwar dem kleinsten Berliner Bezirk, dafür aber sicherlich einem der anspruchsvollsten Bezirke vor. Seit 2013 sind Sie unsere Bezirksbürgermeisterin, im Dezember 2016 wurden Sie mit 39 von 42 Stimmen im Amt bestätigt. Das ist eine große Zustimmung für Ihre geleistete Arbeit.

Wie beschrieb es eine Berliner Zeitung am 31.07.2013: “Bezirksbürgermeister in Friedrichshain-Kreuzberg ist einer der schwierigsten Jobs in der Kommunalpolitik.“

Wie sagen Sie selbst auf Ihrer Homepage: „… hier pulsiert die progressive Ader“ und Sie möchten „Taktgeberin einer progressiven Politik sein“.

Schaut man in die Daten Ihres Lebenslaufes, den ich hier nicht rezitieren werde, so sieht man bei den vielen Funktionen und Aufgaben, die Sie im Laufe der Jahre  wahrgenommen haben, auch den Themenbereich Sozialraumorientierung. Sozialraumorientierung als ganzheitliches Handlungskonzept in der sozialen Arbeit möchte die Lebensbedingungen aller Menschen in einem Kiez, einem Stadtteil oder ähnlichen Lebensräumen verbessern. Menschen in ungünstigen Lebenssituationen sollen motiviert werden, Veränderungen selber anzugehen, um ein lebenswertes Wohnumfeld zu schaffen. Voraussetzungen dafür sind u.a. Kooperationen und Vernetzungen zwischen allen Akteuren in beispielweise einem Stadtteil.

Und hier liegt wohl auch die Grundlage Ihrer Erfolge, Sie arbeiten stets sozialraumorientiert, unterstützen viele Vereine und Netzwerke und vertreten die Sorgen und Nöte aus Friedrichshain-Kreuzberg unter Umständen sogar gegen eine sogenannte Parteidisziplin als auch gegenüber dem Land Berlin und darüber hinaus.

Es gelingt zwar nicht immer, die Ideen von Verbesserungen wirklich in die Tat umzusetzen. Dafür ist der bezirkliche Lebensraum in vielen Dingen sehr abhängig von der Landespolitik.

Und auch Fehler passieren. Aber gerade der Umgang mit Fehlern zeichnet Sie besonders aus. Wie schrieb doch die sehr kritische TAZ vor einem Jahr: „Wenn Monika Hermann etwas wirklich anders macht als andere Politiker dann ist es, offen über Fehler zu sprechen.“

Wir können uns auf Sie verlassen, Sie stehen dafür ein, in kleinen Schritten unseren Lebensraum hier in Friedrichshain- Kreuzberg lebenswert zu gestalten, indem Sie sich den Problemen eben teilweise sehr progressiv stellen, sei es beispielsweise durch den Versuch, einen Coffeeshop zu installieren oder durch die Ausweitung von Milieuschutzgebieten, welche die Menschen hier vor unbezahlbaren Mieten schützen oder indem Sie alternative Lebensformen unterstützen.

Von dieser Vorgehensweise profitieren letztendlich auch die Menschen, die im House of life leben, denn alle Verbesserungen in unserem Sozialraum unterstützen die Inklusionsarbeit. Zudem haben Sie ein offenes Ohr und zeigen Nähe zu den einzelnen Gruppen von Bewohnerinnen und Bewohnern, nicht nur zu Beginn des Kennenlernens der Arbeit des Vereins House of life, als die Nähe zur Einrichtung sogar räumlich war, nämlich als Nachbarin.

Vielen Dank!

Der House of Life e.V. und das Team der Kiez Community bedankt sich herzlich bei Herrn Brockmeyer für seine ergreifende Laudatio. Außerdem möchten wir uns bei allen Unterstützern und Besuchern der Fête de la Musique bzw. des Sommerfestes bedanken. Bis zum nächsten Jahr!