Prize of Life 2019

Jedes Jahr zum Sommeranfang am 21. Juni begrüßt die Welt den Sommer mit der Fête de la Musique. Auch das House of Life feierte diesen Tag mit zwei besonderen Ereignissen. In die  „Fête de la Musique“ ist traditionell gleichzeitig das Sommerfest des House of Life mit Essen, Trinken und Livemusik eingebunden sowie die Verleihung des „Prize of Life“.

Der Prize of Life zeichnet Menschen aus, die herausragendes soziales Engagement zeigen und sich dem House of Life verbunden fühlen. Er wird zeremoniell auf der sich im Garten des House of Life befindenden Bühne verliehen.

 

Die Auszeichnung nahm dieses Jahr Melis Schrötervor zahlreichen Besucher*innen entgegen.

Durch die feierliche Preisverleihung führte Nicole Katschewitzmit einer bemerkenswerten Laudatio,

die nicht  nur Melis tief berührte.

 

 

Laudatio Prize of Life am 21.06.2019 von Nicole Katschewitz

Ich heiße Sie und Euch im Namen des Fördervereins House of Life e.V. heute herzlich zur Verleihung des Prize of Life willkommen!

Ich bin Nicole Katschewitz, die Vorstandsvorsitzende des Fördervereins, und habe die Ehre, heute die Laudatio für unsere diesjährige Preisträgerin zu halten. Der Prize of Life wird von uns jedes Jahr an Menschen vergeben, die herausragendes soziales Engagement zeigen, sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Stadt einsetzen und sich dem House of Life verbunden fühlen.

Deswegen freue ich mich besonders, dass der Preis dieses Jahr an Melis Schrötergeht! Sie hat sich von Beginn an in besonderem Maße für das House of Life Pflegezentrum und den Förderverein eingesetzt und in vielerlei Hinsicht das Bürgerschaftliche Engagement im Haus und berlinweit vorangebracht.

Ich kann mich noch dunkel an den Infoabend für neue Zeitschenker und Zeitschenkerinnen Ende 2006 erinnern, an dem ich Melis kennen lernen durfte.

Melis wollte laut unserem Erstkontaktbogen „was Nützliches tun“ und ihr „Wissen mit einbringen“, was sie offiziell ab dem 3. Dezember 2006 dann auch getan hat.

Sie besuchte anfänglich einen Bewohner, nahm regelmäßig an den Gruppenmeetings und den Veranstaltungen des Fördervereins teil und interessierte sich darüber hinaus auch für die Vereinstätigkeit, weswegen sie am 22. Januar 2008 auch Mitglied im House of Life e.V. wurde.

Eine für uns glückliche Fügung des Schicksals und ein uns sehr zugewandter Bezirksstadtrat für Soziales, Herr Mildner-Spindler („Mi-Spi“ … wie wir immer kurz sagen), sorgte dafür, dass wir als Förderverein eine sogenannte ÖBS-Stelle vom Bund und Bezirk finanziert bekamen.

Sie glauben gar nicht, welche Perlen sich unter der Definition „Langzeitarbeitslose mit multiplen Vermittlungshemmnissen“ alles verborgen haben! Eine Perle davon landete so im Mai 2008 im House of Life und plötzlich und unerwartet wurden wir zu „Bossen“, wie Melis uns immer liebevoll zu bezeichnen pflegte.

Die noch heute übliche Begrüßung von ihr mir gegenüber mit „Hey Ex-Boss“ gibt mir das Gefühl, dass wir eine gute Zusammenarbeit hatten. Langweilig wurde es mit und für Melis nie! Ihre Aufgaben bei uns waren ein bunter Strauß: Infoabende für neue Zeitschenkerinnen und Zeitschenker, Schnittstelle im Haus zwischen Pflegebereich und Förderverein, Klärung der korporativen Mitgliedschaft bei der AWO, die Umsetzung des Nichtraucherschutzes (wie viele wissen ein schwieriges Thema!), Aktualisierung der Webseite, die Grabpatenschaft und vieles mehr.

Durch ihre Weiterbildung zur Ehrenamtskoordinatorin vertrat sie die Interessen des Fördervereins und des Pflegezentrums auch in berlinweiten Gremien wie dem Landesnetzwerk für Bürgerschaftliches Engagement. Sie setzte sich bei Veranstaltungen wie dem Freiwilligentag, der Freiwilligenbörse im Roten Rathaus, dem „Marktplatz“ (das sogenannte Speed Dating für Wirtschaftsunternehmen und soziale Einrichtungen) und bei anderen Gelegenheiten mit Herz und Seele für die Belange des Hauses und der darin lebenden Bewohner und Bewohnerinnen ein.

Mit ihrer offenen Persönlichkeit sorgte Melis auf verschiedenste Arten und Weisen für mehr Toleranz und Aufklärung in Bezug auf pflegebedürftige und stigmatisierte Menschen und deren Schicksale, die oftmals geprägt sind von schweren Erkrankungen wie Sucht und HIV und den damit einher gehenden Vorurteilen und Ablehnungen in der Gesellschaft.

In ihrer eigenen Lebensgeschichte schlüpfte Melis in die unterschiedlichsten beruflichen und privaten Rollen und wurde Teil von vielen Kulturen. Sie hat keine Angst vor dem freien Fall, hat es aber zum Glück gut im Griff, danach wieder auf beiden Beinen zu landen und der Realität ins Auge zu blicken.

Ihre privaten und beruflichen Erfahrungen, unter anderem auch in Asien und Amerika, waren sicherlich mit daran beteiligt, aus ihr einen Menschen zu machen, der für sich und seine Entscheidungen einsteht und dieses auch für andere übernimmt, die selbst aus unterschiedlichsten Gründen nicht die Kraft und den Mut dazu haben, dies alleine zu machen.

Deswegen sagen wir Melis heute von Herzen DANKE und freuen uns, ihr den Prize of Life zu überreichen!